25.06.2010, 08:54 Uhr | sid
Nach dem WM-Aus der Squadra Azzurra hat die italienische Presse mit Hohn und Spott reagiert. Die Sporttageszeitung "Corriere dello Sport" titelte nach dem 2:3 gegen die Slowakei schlicht "Eine Schande". Und der "Corriere della Sera" kommentierte: "Lächerliches Italien, blutleer, desaströs und ohne Zukunft. Selbstkritisch analysierte "La Repubblica": "Wenn wir uns qualifiziert hätten, wäre es ein Diebstahl gewesen. Ein Spiel schlimmer als das nächste. Die hässlichsten Azzurri aller Zeiten. Unsäglicher als das 0:1 gegen Korea 1966. Noch nie spielte Italien so schlecht. Eine Ära geht zu Ende."
Als Hauptschuldigen hatte "Tuttosport" schnell den mittlerweile zurückgetretenen Trainer Marcello Lippi ausgemacht. "Es ist alles Lippis Schuld, der alte und müde Spieler ohne Motivation eingesetzt hat. Für Italien ist es eine furchtbare Blamage. Italien war noch nie so katastrophal. Die erste Halbzeit war eine Schande, nur ein Wunder hätte Italien noch retten können." Auch die "Gazzetta dello Sport" stieß ins gleiche Horn. "Eine katastrophale Leistung der Mannschaft Lippis, die den Einzug ins Achtelfinale keinesfalls verdient gehabt hätte."
Die Anhänger der Squadra Azzurra hadern mit dem Vorrundenaus ihrer Elf. zum Video
Das italienische Vorrunden-Aus, als Letzter der Gruppe F, bedeutet auch das Ende einer Ära. Coach Lippi wird sein Amt nach der Heimkehr an Cesare Prandelli übergeben. Auch Kapitän Fabio Cannavaro und Mittelfeld-Renner Gennaro Gattuso treten von der Nationalmannschafts-Bühne ab. "Ich übernehme die volle Verantwortung. Offensichtlich habe ich die Mannschaft nicht gut genug trainiert", sagte Lippi: "Wir müssen nach Hause fahren. Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Das ist sehr traurig, sehr bitter. Aber wir müssen das vorzeitige Aus jetzt akzeptieren."
Sensation: Nach der Niederlage gegen die Slowakei scheitert Italien bereits in der Vorrunde. zum Video
Doch Hoffnung auf Besserung ist nicht in Sicht. Denn die italienischen Nachwuchs-Teams schneiden bei Welt- und Europameisterschaften schlecht ab. "Unser großes Problem ist die fehlende Förderung und Qualität im Nachwuchs", klagte vor einigen Tagen Verbandschef Giancarlo Abete. Doch wo sollen die italienischen Talente Spielpraxis bekommen. In der Serie A sind die Schlüsselpositionen bei den Spitzenteams zumeist mit ausländischen Fußballern besetzt. Beim Champions-League-Finale zwischen Inter Mailand und dem FC Bayern München stand bei Inter kein einziger italienischer Akteur in der Startformation.
Quelle: sid
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