23.06.2010, 16:40 Uhr | sid
Große Erleichterung: Die USA schaffen gerade noch den Sprung in das WM-Achtelfinale. (Foto: dpa)
Das war knapp: Die USA war schon so gut wie ausgeschieden, doch in der Nachspielzeit erzielt Landon Donovan das ersehnte Tor zum 1:0-Sieg gegen Algerien. Der Treffer katapultiert die Amerikaner vom dritten auf den ersten Platz der WM-Gruppe C. Das ist der erste Gruppensieg der USA seit 1930.
Donovan belohnte einen Sturmlauf des US-Teams in Pretoria mit dem späten, aber hochverdienten Treffer. Für die USA, die nun ein potenzieller Gegner der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale sind, war es der erste Sieg in einem dritten WM-Gruppenspiel. Die Wüstenfüchse aus Algerien scheiterten auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme in der Vorrunde. Kapitän Anthar Yahia vom Bundesligisten VfL Bochum sah zu allem Überfluss in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.
Vor 35.000 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion waren die US-Amerikaner unter den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Bill Clinton die bessere Mannschaft und verdienten sich das Weiterkommen, obwohl sie erhebliche Probleme mit der Chancenverwertung hatten. Mit ihrem Kurzpassspiel und viel Bewegung ohne Ball leitete das Team von Trainer Bob Bradley viele gefährliche Szenen ein. Ideengeber und Antreiber waren dabei der Gladbacher Michael Bradley und Donovan. In der 58. Minute hatte Clint Dempsey nur den Innenpfosten getroffen.
Fanreporter Patrick hat das Spiel mit Fans beider Mannschaften in einer Kapstädter Kneipe verfolgt. mehr
Im Abschluss hatten die US-Amerikaner generell nicht die nötige Coolness. In der 20. Minute scheiterte Herculez Gomez allein vor Keeper Rais M'Bolhi. Kurz danach entschied Schiedsrichter Frank de Bleeckere bei einem Treffer Dempseys auf Abseits - eine fragwürdige Entscheidung. Jozy Altidore und Donovan behinderten sich in der 37. Minute gegenseitig und vergaben die Riesenchance zum 1:0 für die USA.
Die Nordafrikaner starteten besser in die Partie und drängten von Beginn an auf ihren ersten Turniertreffer. Bereits nach 18 Sekunden zog der Gladbacher Karim Matmour volley aus über 20 Metern ab, verpasste das Tor aber deutlich. Als Belebung für den Sturm erwies sich Rafik Djebbour, der in die Startelf gerückt war. In der sechsten Minute traf der Stürmer vom griechischen Erstligisten AEK Athen mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern allerdings nur die Querlatte.
Auch nach dem Wechsel blieben die US-Amerikaner am Drücker. Dempsey hatte die Doppelchance, als er zunächst nur den Innenpfosten traf, anschließend noch am leeren Tor vorbeizielte. In der 65. Minute scheiterte der eingewechselte Benny Feilhaber, früher beim Hamburger SV aktiv, nach einem Angriff über die rechte Seite an Keeper M'Bolhi. Nur selten noch konnten sich die Algerier vom Druck befreien. Zudem fehlte den Spielern von Trainer Rabah Saadane mehr und mehr die nötige Konzentration. In der 68. Minute kam Karim Ziani aus zehn Metern zum Schuss, zog aber flach am langen Eck vorbei. Als es dann so aussah, als müssten beide Teams die Koffer packen, kam Donovan.
Quelle: sid
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