28.01.2010, 07:29 Uhr
Franz Beckenbauer kontert die Kritik seines Amtsnachfolgers. (Foto: imago)Auch in seiner neuen Funktion als Bayern-Präsident hat Uli Hoeneß seine Vorliebe für deutliche Worte nicht abgelegt. Die Vergabe der WM 2010 nach Südafrika durch FIFA-Präsident Sepp Blatter bezeichnete Hoeneß als dessen "größte Fehlentscheidung". Die Kritik am mächtigsten Mann im internationalen Fußball rief den einst mächtigsten Mann beim deutschen Rekordmeister auf den Plan. Franz Beckenbauer konterte die Kritik seines Nachfolgers auf dem Präsidenten-Stuhl.
"Südafrika ist keine Fehlentscheidung. 2006 wäre zu früh gewesen für eine WM. Aber mit dem Vorlauf bis 2010 haben sie die Probleme in den Griff bekommen", sagte der 64-Jährige laut "Bild"-Zeitung.
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Ein Hauptaspekt der Hoeneß-Attacke war die in seinen Augen ungeklärte Sicherheitsfrage. "Ich war nie ein großer Freund von einer WM in Südafrika oder überhaupt in Afrika, solange Sicherheitsaspekte nicht zu 100 Prozent geklärt sind", sagte der 58-Jährige. Beckenbauer sieht das anders: "Hundertprozentige Sicherheit gibt’s nirgendwo. Die hatten wir in Deutschland 2006 auch nicht."
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Zudem stellt Beckenbauer die Doppelmoral der europäischen Spitzenvereine an den Pranger. "Europäische Klubs bedienen sich gerne mit den besten afrikanischen Spielern. Aber eine WM in Afrika wollen sie nicht." Das passt in den Augen des FIFA-Exekutivmitglieds "nicht zusammen.“
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Derweil hat sich Beckenbauer auch zur deutschen Nationalmannschaft zu Wort gemeldet. Angesichts der derzeitigen Topform von Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi legte er Bundestrainer Jogi Löw nahe, die Verbannung des Stürmers aufzuheben und den Zehn-Tore-Mann wieder in den Kreis der DFB-Elf zu berufen. "Wenn man vom Platz gestellt wird, gilt die Sperre auch nicht ewig", so Beckenbauer in der "Sport Bild". "Nach einer Roten Karte ist man nach drei, vier Spielen wieder dabei. Vielleicht sollte die Überlegung bei Kuranyi auch in diese Richtung gehen." Seit seiner spektakulären Flucht aus dem Dortmunder Stadion während des Spiels in der WM-Qualifikation gegen Russland am 11. Oktober 2008 hat Löw den Schalker nicht mehr eingeladen.
Quelle: t-online.de
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