18.04.2010, 12:05 Uhr | t-online.de
Vorbei: Am 11. Februar 2009 in Düsseldorf gegen Norwegen läuft Torsten Frings zum 79. und letzten Mal als Nationalspieler auf. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die WM in Südafrika wird ohne Torsten Frings stattfinden. Das hat nichts mit der tollen Leistung des Bremer Kapitäns zu tun, die der in Wolfsburg ausgerechnet vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw abrief. Zum 4:2-Erfolg des Pokalsiegers und -finalisten beim Meister steuerte der vom DFB verbannte Routinier einen Doppelpack bei. Besonders sehenswert fiel Frings' Treffer zum 3:2 für die Grün-Weißen aus, als er sich mit Kopf und linkem Fuß per Lupfer auf den rechten den Abschluss selbst vorbereitete.
Dass Löw all das aus nächster Nähe sah, "interessiert mich eigentlich nicht", sagte Frings bei LIGA total!. "Ich bin ja nicht mehr in der Nationalmannschaft, ich darf ja nicht mehr da spielen. Damit muss ich leben, insofern ist mir egal, ob er da ist." Denn: "Ich kann Leistung bringen wie ich will, das interessiert ja ohnehin niemanden. Da geht es ohnehin nicht nach Leistung", fügte der 33-Jährige bei "Sky" an.
Es scheint ausgeschlossen, dass Löw Frings bis zur Bekanntgabe seines vorläufigen WM-Aufgebots am 6. Mai noch in ähnliche Gedankenspiele einbindet wie er sie mit dem ebenfalls ausgemusterten Schalker Kevin Kuranyi dem Vernehmen nach begonnen hat. "Das Thema hat sich für mich erledigt", sagte der zweimalige WM-Teilnehmer Frings bei LIGA total!: "Mein Charakter ist da nicht gefragt. Wir sind nicht im Träumeland, sondern im Hier und Jetzt. Fakt ist, dass ich nicht mehr spielen darf, und das muss ich akzeptieren."
Zuletzt lief der einstige Aachener Stürmer am 11. Februar 2009 beim 0:1 gegen Norwegen in Düsseldorf im Dress des WM-Dritten auf. Mit seinen 79 Länderspielen ist er die Nummer 23 der ewigen deutschen Rangliste. Die Nummer 23 in Löws WM-Kader wird er trotzdem nicht werden. Das stellte Löw bereits am 20. Januar 2010 klar: "Wir haben in unserem erweiterten Kader viele junge Spieler, die unsere Anforderungen erfüllen und die sehr gute Perspektiven über die WM 2010 hinaus haben." Der Bundestrainer wies damals darauf hin, dass er Zweifel an der Fitness von Frings habe. Der aber vermutete als wahren Hintergrund den öffentlich ausgetragenen Disput mit Löw aus dem Herbst 2008. Es ging seinerzeit um den Umgang mit verdienten Nationalspielern. Zu denen zählt Frings zweifelsfrei.
Quelle: t-online.de
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