25.06.2010, 19:48 Uhr | Aus Südafrika berichtet Patrick Brandenburg
Trifft Mesut Özil (li.) auch gegen Wayne Rooneys Engländer? (Foto: imago)
Im vierten Spiel der WM in Südafrika geht die deutsche Mannschaft erstmals nicht als Favorit ins Rennen. Eine Ausgangslage, die von der jungen DFB-Elf dankbar angenommen wird. Der enorme Druck des Ghana-Spiels, die drohende historische Vorrunden-Pleite, lastet nun nicht mehr auf den Spielern. Gegen die als Titelkandidat gehandelte und mit Stars gespickte Truppe aus England lässt sich einigermaßen befreit aufspielen. "Das wird eine Partie der jugendlichen Spielfreude gegen individuelle Klasse", vermutet Joachim Löw (Deutschland gegen England - Sonntag, live ab 15.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Der direkte Vergleich gibt ihm recht. Die Three Lions sind auf den meisten Positionen besser besetzt. (Zur Foto-Show: Klicken Sie sich durch den Teamvergleich).
"Die Achse John Terry, Frank Lampard, Wayne Rooney bürgt für höchste Qualität", sagt der Bundestrainer. Dazu kommt noch das torgefährliche Mittelfeld-Ass Steven Gerrard vom FC Liverpool. Das sind schon vier Schlüsselpositionen, auf denen die in der Premier League und im Europapokal gestählten Kicker von der Insel stärker sind. Zumindest auf dem Papier. Denn die deutsche Elf will natürlich mögliche Vorteile der Mannschaft von Taktikfuchs Fabio Capello durch Teamgeist wettmachen. "Um gegen Gerrard und Co. zu bestehen, müssen wir als Mannschaft ran und die Räume eng machen", fordert Kapitän Philipp Lahm.
"Wir sind schon ein wenig der Außenseiter", baut auch der zurzeit bärenstarke Innenverteidiger Arne Friedrich auf die Rolle als Underdog, obwohl die Engländer vor dem Prestigeduell gegen Deutschland nicht unbedingt als WM-Durchstarter überzeugten. Chancen für das Offensivspiel könnten sich am ehesten auf der linken Seite ergeben, wo Lukas Podolski und der zurzeit angeschlagene Jerome Boateng auf die wenig erfahrenen James Milner und Glen Johnson treffen.
Lahm ist sich sicher: Die Zweikämpfe gegen die "Three Lions" werden härter werden als beim Besuch der Löwenbabys im Lions Park. zum Video
Auch im Tor hat die DFB-Elf einen Vorteil: Während Englands Keeper David James, Spitzname "Calamity" - Katastrophe - immer für einen Patzer gut ist, hat Manuel Neuer im jüngsten Spiel gegen Ghana seine Klasse bewiesen. Auch ums Elfmeterschießen macht sich der Schalker keine Sorgen. "Da werde ich vorher noch ein wenig Memory spielen", sagt Deutschlands Nummer eins und verspricht, bis Sonntag die Vorlieben aller englischen Elfmeterschützen parat haben.
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Quelle: t-online.de
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