24.06.2010, 16:14 Uhr | t-online.de
Paraguays Roque Santa Cruz behauptet den Ball vor Tommy Smith. (Foto: dpa)
Neuseelands Fußball-Exoten haben die WM-Sensation trotz Schützenhilfe der Slowaken verpasst. Die Mannschaft blieb bei ihrer zweiten Endrunden-Teilnahme zwar ungeschlagen, muss nach einem 0:0 gegen Achtelfinalist Paraguay aber die Heimreise antreten. Vor 34.850 Zuschauern im Peter Mokaba-Stadion von Polokwane zeigten beide Teams eines der bisher schwächsten WM-Spiele. Mit dem Gewinn der Gruppe F gehen die Guaranies aus Südamerika in der ersten K.-o.-Runde wohl einem Duell gegen Mitfavorit Niederlande aus dem Weg.
Paraguays Coach Gerardo Martino hatte im Gruppen-Finale überraschend auf den Dortmunder Lucas Barrios verzichtet und gegen die körperlich robusten Neuseeländer den 1,92 Meter großen Oscar Cardozo als Spitze aufgeboten. Doch auch mit dem Stürmer von Benfica Lissabon reichte es für die Südamerikaner nicht zur Lufthoheit im Strafraum, den die ganz in schwarz gekleideten All Whites bei Ballverlusten fast geschlossen verbarrikadierten. Die Aktionen wurden auch nicht zwingender, als Barrios in der 66. Minute ins Spiel kam.
Nur einmal in der ersten halben Stunde konnten die Paraguayer, die sich in Südamerika unter anderem vor Argentinien in der Qualifikation durchgesetzt hatten, ihre Technik ausspielen. Barrios' BVB-Kollege Nelson Valdez (16.) dribbelte sich auf der linken Seite gekonnt durch, seine Flanke war aber zu ungenau. Danach versuchte es Kapitän Denis Caniza zweimal mit Fernschüssen. Beide Male (19./29.) traf der 35-Jährige, der bei seiner vierten WM-Teilnahme erstmals auf dem Platz stand, aber nur das Außennetz.
Sensation: Nach der Niederlage gegen die Slowakei scheitert Italien bereits in der Vorrunde. zum Video
Mit einem Sieg hätte Neuseeland sein Fußball-Märchen krönen können. Doch in den Farben, die sonst der Rugby-Mannschaft vorbehalten sind, setzte das Team von Ricki Herbert auch im dritten Spiel erstmal auf Torsicherung. Meist mit fünf Spielern auf einer Reihe riegelten die Abwehrhünen um Kapitän Ryan Nelsen von den Blackburn Rovers ihren Kasten ab. Bei den gelegentlichen Vorstößen versuchte Neuseeland zwar schnell und schnörkellos zu spielen, doch eine echte Bedrohung für das Tor von Justo Villar stellten die Angriffsversuche nicht dar.
Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich auch deshalb in engen Grenzen, weil der frühere Münchner Roque Santa Cruz, beim 2:0 gegen die Slowaken überragender Mann seines Teams, diesmal keine Glanzlichter setzen konnte. Der 28-Jährige hatte sogar Glück, dass der japanische Schiedsrichter Yuichi Nishimura einen bösen Tritt kurz vor der Pause nur mit der Gelben Karte ahndete. Dafür erhielt Victor Caceres in der ersten Spielhälfte die zweite Verwarnung im Turnier und muss im Achtelfinale zuschauen.
Das Niveau wurde nach der Pause nicht besser. Die schwarzen Abwehrpanther ließen die Südamerikaner nicht zur Entfaltung kommen. Dabei waren die Methoden meist nicht grazil. Zu spüren bekam es auch Santa Cruz, als er nach einer knappen Stunde von Nelsen gecheckt wurde. Der Freistoß brachte wie praktisch alle Angriffsbemühungen der Paraguayer nichts ein. Denn wenn sie einmal durchkamen, stand da auch noch Mark Paston. Einen Kopfball von Cristian Riveros (62.) aus kurzer Distanz parierte der Torwart von Wellington Phoenix glänzend.
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Quelle: dpa
Dirk L. schrieb:
am 24. Juni 2010 um 19:34:25
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Neuseeland
Hut ab vor diesem krassen Aussenseiter. Es ist wahrlich eine Sensation, dass die Kiwis ungeschlagen blieben. Traurig, dass sie
trotzdem ausgeschieden sind. Aber das ist ja bei der 3-Punkte-Regel eigentlich normal. Habe die ganze Zeit befürchtet, dass Italien den Ausgleich schafft und bei gleicher Tordifferenz die mehr erzielten Tore gehabt hätte.
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truk schrieb:
am 24. Juni 2010 um 18:52:40
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Neuseeland
Hut ab vor den Kiwis; kein Spiel verloren und doch ausgeschieden. Schade!
Wenn man die bisherigen Spiele Revue passieren lässt,
bleiben nicht viele übrig, denen man den Titel zutrauen könnte. Sicher sind Argentinien, Holland, Brasilien und auch mit Abstrichen Spanien, trotz der Niederlage gegen die Schweiz, die absoluten Favoriten. Auch Potugal darf mit dazu gezählt werden. Wenn sich unsere Mannschaft noch um einiges steigern kann, ist auch für sie durchaus etwas drin.
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