05.09.2008, 12:37 Uhr
In der Startformation: Serdar Tasci (li.) und Piotr Trochowski. (Foto: imago)Drei Punkte sind Pflicht, ein Schützenfest wäre die Kür: "Jeder erwartet einen klaren Sieg", sagte Torhüter Robert Enke vor dem ungleichen Duell zwischen dem EM-Zweiten Deutschland und dem Fußball-Winzling Liechtenstein (ab 20.30h im t-online.de Live-Ticker).
2:0, 5:1, 8:2 - allein auf die Höhe des deutschen Sieges wird gewettet. Und genau darin liegt am Samstag in Vaduz aus Sicht des Trainerstabes um Joachim Löw die einzige Gefahr. "Es stellt sich nur die Frage, ob wir mit der richtigen Einstellung an die Sache herangehen", sagte Co-Trainer Hans-Dieter Flick.
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Löw peilt mit exakt dem Team, das Belgien am 20. August in Nürnberg mit 2:0 geschlagen hatte, den programmierten erfolgreichen Start in die Qualifikation für die WM-Endrunde 2010 an. "Für uns ist es enorm wichtig, dass wir einen guten Anfang haben und die ersten drei Punkte einfahren", sagte Flick, der keine Überheblichkeit befürchtet: "Die Mannschaft hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es keine Färöer- oder Island-Spiele mehr gibt."
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Der Umbruch auf dem Weg nach Südafrika wird konsequent fortgesetzt. Der Stuttgarter Serdar Tasci und der Hamburger Piotr Trochwoski werden auch im Kampf um Punkte in der Startformation stehen. "Serdar Tasci hat den Sprung geschafft und auch gegen Belgien gut gespielt", lobte Flick den 21-Jährigen, der ebenso wie Patrick Helmes oder Marko Marin zum Perspektivkader für 2010 zählt. Auch der 24 Jahre alte EM-Reservist Trochowski darf sich erneut als Kreativkraft beweisen. Dem Mittelfeldspieler bescheinigte Flick Fortschritte: "Er kommt zügiger zum Tor und zum Abschluss."
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Die etablierten und wie Christoph Metzelder bei der EM teilweise enttäuschenden Stammkräfte sollen Feuer bekommen. "Die Zeiten haben sich geändert", bemerkte Flick. Erbhöfe soll es nicht mehr geben. "Wir können auswählen." Vor Enke und neben Tasci soll statt Metzelder erneut der Schalker Heiko Westermann das Deckungszentrum komplettieren. Das sei "kein Risiko", meinte Enke, sondern "vielmehr eine Chance". Der Hannoveraner geht mit großem Ehrgeiz in seine ersten Pflichtspiele als Nummer 1: "Es ist das Ziel, beide Spiele zu Null zu gewinnen", sagte Enke und bezog die wesentlich schwierigere Partie in Finnland gleich mit ein.
Im Mittelfeld dürfen sich nach dem Ausfall der verletzten Leitwölfe Michael Ballack und Torsten Frings erneut die nachdrängenden Vereinskapitäne Simon Rolfes (Bayer Leverkusen) und Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart) als "Doppel-Sechs" positionieren. Da Bastian Schweinsteiger die Mittelfeldreihe vervollständigt, ist Lukas Podolski wieder als zweite Spitze neben seinem Vereinskollegen und Aushilfs-Kapitän Miroslav Klose vorgesehen. Löw hofft auf einen optimalen Start, so wie er 2006 beim Auftakt in die EM-Qualifikation mit einem 1:0 gegen Irland und einem 13:0 in San Marino gelang. "Der Start hat uns damals getragen", sagte Löw. Die direkte Qualifikation für Südafrika ist trotz des Respekts vor Russland die klare Erwartungshaltung innerhalb der Mannschaft: "Wir sind EM-Zweiter und WM-Dritter, also wollen wir ganz klar Erster in unserer Gruppe werden", sagte Philipp Lahm selbstbewusst.
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Unterschätzen will man Liechtenstein trotz der bisherigen hohen Siege (9:1 und 8:2) nicht. "Ich bereite mich ganz genauso vor wie auf ein Spiel gegen England", sagte Enke. Der Außenseiter agiert in einem "schweizerisch geprägten 4-4-2-System", wie Flick erläuterte. Löw äußerte seine Wertschätzung so: "Liechtenstein ist nicht amateurhaft, sondern professionell." Nur mit 0:2 verloren die Kicker aus dem Fürstentum vor einem Jahr in der EM-Qualifikation gegen den späteren Europameister Spanien. Träumer sind Marion Frick & Co trotzdem nicht: "Dass wir nicht gewinnen können, ist klar. Dafür ist Deutschland zu stark", sagte der 79-malige Liechtensteiner Auswahlspieler vom AC Siena (Italien).
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Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:
Enke - Fritz (Jansen), Tasci, Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Hitzlsperger, Rolfes, Trochowski - Klose, Podolski
Quelle: dpa
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