31.03.2009, 12:34 Uhr
Michael Ballack fordert die jungen Spieler. (Foto: imago)Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack hat die wechselhaften Vorstellungen der DFB-Auswahl auch mit fehlender Erfahrung der deutlich jüngeren Mitspieler erklärt. "Natürlich hängt das mit der Altersstruktur zusammen. Junge Spieler haben eben noch Leistungsschwankungen, und da ist es klar, dass der Nationalelf in manchen Phasen die Dominanz, die Souveränität, die Ausstrahlung fehlen", sagte Ballack in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung".
"Man hat das gegen Liechtenstein gesehen: Wir führen 4:0 - und werden zu hektisch, weil wir zu viel wollen. Wir spielen es nicht sauber und souverän zu Ende."
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Ballack ist mit 32 Jahren der mit Abstand älteste Feldspieler im Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes, das am Mittwoch (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) zum WM-Qualifikationsspiel in Wales antritt. "Eigentlich ist die Mannschaft anders strukturiert, und es gibt schon ein paar Spieler, die diese Lücke füllen, Torsten Frings zum Beispiel, Arne Friedrich oder Miroslav Klose", sagte der 91-malige Nationalspieler (40 Tore) mit Blick auf die Verletztenliste. "Ich finde, dass wir insgesamt eine gute Struktur haben. Außerdem: Mit 32 Jahren bin ich ja noch einer der jüngsten Ältesten." Hinter Ballack folgen im aktuellen Kader Simon Rolfes und Andreas Hinkel mit 27 Jahren.
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Der Mittelfeldspieler des FC Chelsea, der als 20-Jähriger vom FC Chemnitz zum 1. FC Kaiserslautern gewechselt war, sieht die heutige junge Fußball-Generation in einem ganz anderen Licht als die seinige in den 90er Jahren. "Ich habe am Anfang meiner Karriere mit Spielern zusammengespielt, bei denen ich nicht sicher bin, ob die nach einem halben Jahr meinen Vornamen kannten", meinte Ballack. "Wenn ich damals in der zweiten Liga in Chemnitz ein gutes Spiel gemacht habe, dann gab es nicht gleich diesen Hype wie heute. Aber das ist eben der Lauf der Zeit, die Spieler entwickeln sich heute schneller und anders. Und wenn die plötzliche Prominenz nicht stetig gewachsen ist, sondern von heute auf morgen kommt, dann ist es für die jungen Spieler oft schwierig, das einzuordnen. Die haben dann ganz andere Vorstellungen und Ansprüche als wir damals."
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Junge Spieler schafften es heute schneller und leichter in den Mittelpunkt, befand Ballack, der zudem einen geringeren Stellenwert der Spielführer-Position in Deutschland feststellte. "In England hat dieses Kapitänsamt eine viel größere Bedeutung als in Deutschland. In England wird die Rolle viel stärker glorifiziert, und wenn der Kapitän etwas sagt, dann wird das auch gemacht. Er hat viel Einfluss", sagte der Mittelfeldmann, der sich im Training des Londoner Spitzenclubs gleich gegen mehrere Kapitäne von Nationalmannschaften behaupten muss.
Quelle: dpa
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