01.04.2009, 20:44 Uhr
Ballack (li.) bejubelt seinen Treffer mit Gomez (Foto: ddp)Südafrika rückt immer näher. Mit dem 2:0 (1:0)-Sieg in Wales hat die deutsche Nationalmannschaft in der Qualifikationsgruppe vier den Vier-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Russland gehalten und die Tür zur Weltmeisterschaft 2010 weit aufgestoßen. Aber mehr als eine Pflichterfüllung war auch der zweite Sieg beim WM-Frühlingsdoppelpack nicht.
Ein schneller Treffer von Michael Ballack per Gewaltschuss in Minute elf und ein von Mario Gomez provoziertes Eigentor durch Ashley Williams (48.) sorgten vor 26.000 Zuschauern im Millennium-Stadion von Cardiff für klare Verhältnisse. Dass die Gäste nicht noch in Bedrängnis kamen, lag an den harmlosen Walisern, die mit der Niederlage ihre letzte WM-Chance verspielten. Ihr nächstes WM-Ausscheidungsspiel bestreitet die DFB-Auswahl am 12. August in Baku gegen das von Berti Vogts trainierte Team von Aserbaidschan.
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Vier Tage nach dem 4:0-Spaziergang gegen Liechtenstein reichte eine Durchschnittsleistung, um drei weitere Punkte auf dem Weg nach Südafrika einzufahren, spielerischen Glanz verbreitete die Löw-Elf gegen kampfstarke Waliser nicht. Die Rückkehr des Bundestrainers zur EM-Taktik mit einer Doppel-Sechs vor der Abwehr und den drei offensiven Mittelfeldspielern Bastian Schweinsteiger, Ballack und Lukas Podolski brachte nicht die erhoffte Stabilität in die Reihen. Der Kapitän erzielte zwar mit dem 41. Tor im 92. Länderspiel die Führung, fehlte aber auch oft als ordnende Hand beim Spielaufbau.
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Trotz allen Einsatzwillens gelang es Gomez auch in Cardiff nicht, seine inzwischen seit 733 Minuten anhaltende Torflaute im DFB-Trikot zu beenden. Dafür war der als einzige Spitze aufgebotene Stuttgarter mit seinem energischen Einsatz gegen James Collins an der Torauslinie entscheidend am 2:0 beteiligt, das Williams unhaltbar für seinen Keeper vollendete. Auch sonst rechtfertigte Gomez seinen Startelf-Einsatz mit einer engagierten Leistung. Podolski fand in seiner Rolle im linken Mittelfeld erst nach Anlaufschwierigkeiten in die Partie, auch Schweinsteiger hat in der gezeigten Verfassung noch Luft nach oben.
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Die ohne ihren verletzten Stürmer-Star Craig Bellamy spielenden und um ihre letzte WM-Chance kämpfenden Waliser zogen sich weit zurück, um auf Fehler des Gegners zu warten und dann überfallartig nach vorne zu stoßen. Dabei erwies sich die deutsche Abwehr bis auf den in Luftduellen schier unüberwindlichen Per Mertesacker alles andere als souverän. Vor allem Serdar Tasci leistete sich etliche Stockfehler und Unsicherheiten.
Nach nervöser Anfangsphase brachte ein Tor wie aus dem Nichts die deutsche Mannschaft in eine komfortable Ausgangsposition. Im Anschluss an einen Einwurf, der eigentlich den Gastgebern zugestanden hätte, kam der Ball zu Ballack, der den weit vor seinem Tor postierten Schlussmann Wayne Hennessey aus gut 30 Metern mit einem Schuss fast aus dem Stand überlistete. Nach der erhofften frühen Führung versäumten es die Deutschen allerdings energisch nachzusetzen, so dass die Briten plötzlich ihre Chance witterten.
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In der 21. Minute verhinderte eine Blitzreaktion von Torhüter Robert Enke den drohenden Ausgleich durch Robert Earnshaw, der 2002 die letzte deutsche Niederlage in Cardiff mit seinem Treffer besiegelt hatte. Anschließend hatte die deutsche Mannschaft sogar großes Glück, dass ihr ein Elfmeter erspart blieb. Als Tasci im Strafraum strauchelte und Joe Ledley über den Stuttgarter fiel, hatten wohl nicht nur die Waliser mit einem Pfiff des norwegischen Unparteiischen Terje Hauge gerechnet (27.).
Erst nach gut einer halben Stunde fand die DFB-Auswahl zu ihrer anfangs gezeigten Konzentration zurück und setzte in der Offensive wieder Akzente. Hitzlsperger per Freistoß (30.), Gomez (32.) und Podolski (33.) vergaben gute Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Die Chance zum Ausgleich vergab auf der anderen Seite James Collins (36.), dessen Kopfball knapp an Enkes Gehäuse vorbeistrich.
Mit dem zweiten Treffer kurz nach Wiederbeginn war die Partie vorzeitig entschieden, aber wie schon gegen Liechtenstein schlichen sich erneut Nachlässigkeiten ins deutsche Spiel ein. In der 56. Minute setzte sich Earnshaw einmal mehr gegen den indisponierten Tasci durch und scheiterte erst an dem glänzend reagierenden Enke. Den möglichen dritten Treffer verpasste zweimal Schweinsteiger in aussichtsreicher Position.
Quelle: dpa , t-online.de
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