27.08.2009, 12:56 Uhr
Torsten Frings (li.) muss weiter auf eine Einladung zur Nationalmannschaft warten. (Foto: imago)Erneute Absage an Torsten Frings, dafür forciert Bundestrainer Joachim Löw den Vierkampf der deutschen Torhüter um die Nummer 1 bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Im Test-Länderspiel am 5. September in Leverkusen gegen WM-Gastgeber Südafrika soll Lokalmatador René Adler eine neue Empfehlungschance erhalten.
Im wichtigeren WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan vier Tage später in Hannover hat erneut der aktuelle Nummer-1-Favorit Robert Enke ein Heimspiel. Das gab Löw bei der Nominierung seines 23-köpfigen Kaders bekannt, in dem der Bremer Routinier Frings erneut fehlt.
Tabelle der Gruppe 4 Deutschland baut Führung aus
Tim Wiese (Werder Bremen) und U 21-Europameister Manuel Neuer (Schalke), der neben Enke und Adler dritter Schlussmann im aktuellen DFB-Aufgebot sein wird, sollen im Falle einer direkten WM-Qualifikation in den geplanten Testspielen im November zum Einsatz kommen. Löw möchte am 14. November in Köln gegen Chile Wiese spielen lassen und am 18. November in Gelsenkirchen Lokalmatador Neuer. Diese Pläne gelten nur für den Fall, dass sich die DFB-Auswahl vorzeitig im Oktober als Gruppensieger direkt für die WM-Endrunde qualifiziert. "Wenn alles normal läuft, wollen wir bis Ende des Jahres jedem unserer vier WM-Kandidaten die Chance geben, mindestens einmal über 90 Minuten zum Einsatz zu kommen. Das ist eine faire Regelung für alle", erklärte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. Die Nummer-1- Frage will Löw demnach wohl bis ins WM-Jahr offenlassen.
Im Vergleich zum 2:1-Sieg vor zwei Wochen in Aserbaidschan kehren die in Baku fehlenden U 21-Europameister Andreas Beck (Hoffenheim) und Marko Marin (Werder Bremen) sowie die damals verletzten Lukas Podolski (1. FC Köln) und Simon Rolfes (Leverkusen) in den von Kapitän Michael Ballack angeführten Kader zurück. Einziger Akteur ohne Länderspieleinsatz ist der Stuttgarter Sami Khedira.
Unterdessen gab Team-Manager Oliver Bierhoff zu, dass das einstmals so positive Gesamtbild rund um die Nationalmannschaft zuletzt arg gelitten hat. Knapp zehn Monate vor Beginn der Fußball-WM in Südafrika vermisst Bierhoff nach den zuletzt spielerisch enttäuschenden Leistungen die Sommermärchen-Euphorie. „Die Begeisterung ist nicht mehr da. Wir versuchen, diese Euphorie wieder anzuheizen. Aber das ist schwierig. Vielleicht liegt es daran, dass noch kein WM-Jahr ist“, sagte der 41-Jährige im Interview mit dem „Express“. So sind auch für die beiden kommenden Länderspiele noch längst nicht alle Tickets verkauft. „Wir müssen aufpassen. Gegen schwere Mannschaften ist die Mannschaft da. Aber gegen vermeintlich schwächere Teams fehlte uns zuletzt die Souveränität, den Ball zu halten und das Spiel zu kontrollieren“, sagte Bierhoff und fügte unmissverständlich hinzu: „Wir haben zuletzt die Linie verloren. Wir müssen wieder souveräner werden.“
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Quelle: sid
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