20.06.2009, 12:51 Uhr
Matthias Sammer hat alles nicht so gemeint. (Foto: imago)Nach dem Machtwort von DFB-Chef Theo Zwanziger im Kompetenzgerangel um die deutsche U 21-Nationalmannschaft ist Sportdirektor Matthias Sammer zurückgerudert. "Ich kann absolut verstehen, dass der Präsident in der jetzigen Phase so ein klares Wort sprechen muss", erklärte Sammer der "Süddeutschen Zeitung" am Rande der U 21-EM. Er habe vielleicht ein wenig unterschätzt, dass seine inhaltlichen Aussagen "personenbezogen diskutiert und falsch interpretiert werden".
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In einem Telefon-Krisengespräch habe er Zwanziger zudem versichert, "dass ich dem Bundestrainer gar nichts möchte". Sammers Forderung in einem Interview, auch für die U 21 und damit den direkten Unterbau der A-Nationalmannschaft verantwortlich zu sein, hatte für Missstimmung im Deutschen Fußball-Bund (DFB) gesorgt und wurde als indirekter Angriff auf Bundestrainer Joachim Löw gewertet.
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Nach einer ersten Klarstellung der Verantwortlichkeiten sah sich Zwanziger gezwungen, noch einmal nachzulegen und Sammer mit deutlichen Worten zur Zurückhaltung aufzufordern. "Solche Aussagen sind unklug. Die sollen ihre Verträge lesen. Darin steht klar, der Bundestrainer hat das letzte Wort", sagte der DFB-Boss der "Süddeutschen Zeitung". Sammer habe weite Zuständigkeiten, von den Elfjährigen bis zur Trainerausbildung und den Juniorenteams. "Sie enden bei der U 21. Die ist ein klarer Bezug zur A-Nationalmannschaft, der Bundestrainer muss den Zugriff haben und spüren, dass dort in seinem Sinne gearbeitet wird", so Zwanziger. Man können nicht den Sportdirektor zum Bundestrainer machen. "Der Bundestrainer heißt Joachim Löw, und mit dem bin ich hochzufrieden."
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Zwanziger appellierte an alle Beteiligten, das große Ziel WM-Qualifikation nicht zu gefährden. "Vor uns liegt ein knüppelharter Weg. Die Leute denken an Südafrika, die Zimmer sind bestellt, aber wir haben in der Qualifikation gegen Russland ein wahnsinnig schweres Spiel", betonte Zwanziger. Deshalb habe sich alles der Arbeit des Bundestrainers unterzuordnen, "ohne Irritationen, das muss jeder beim DFB wissen, jeder".
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In einer Telefonkonferenz mit Löw, Sammer, Nationalmannschafts-Manager Bierhoff, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und DFB- Mediendirektor Harald Stenger hatte Zwanziger die Kompetenzen geklärt. Sammers öffentlich geäußerter Machtanspruch war ihm sauer aufgestoßen. Es sei problematisch, wenn die sportliche Verantwortung getrennt ist, hatte der Sportdirektor in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" moniert. "Dass es gefährlich sein kann, die Verantwortung auf vielen Schultern zu verteilen, das erkenne ich bei jungen Spielern und bei den Klubs", so Sammer. Und: "Meine Motivation ist es, den Zusammenhang zwischen Nachwuchs- und Männerbereich fließend und somit effektiver zu gestalten. Man darf da einiges beim DFB künftig nicht mehr trennen - weder gedanklich noch personell."
Quelle: dpa
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