04.09.2008, 13:20 Uhr
Joachim Löw hat Knieprobleme. (Foto: dpa)Gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein steht auch für Joachim Löw Deutschland schon vorher als Gewinner fest, aber der Gruppensieg in der WM-Qualifikation wird für den Bundestrainer kein Spaziergang. "Das ist kein Selbstläufer", warnte Löw eindringlich vor der Erwartungshaltung, dass die deutsche Fußball- Nationalmannschaft mühelos als Erster der Gruppe 4 das einzige Direkt-Ticket für die Endrunde 2010 in Südafrika lösen wird.
Neben den starken Russen könnten auch die Finnen, die am kommenden Mittwoch der zweite deutscher Gruppengegner sind, "zuhause Favoriten stürzen".
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Abseits der Debatten um den verletzten Kapitän Michael Ballack und den beim FC Bayern wieder einmal unzufriedenen Dauer-Reservisten Lukas Podolski gilt alle Konzentration des Bundestrainers zunächst einmal der Auftaktpartie am Samstag in Vaduz. "Man muss Liechtenstein nicht stark reden. Wir wollen gewinnen und wir werden gewinnen", versprach Löw im Trainingsquartier in Oberhaching. Niemand solle aber ein 13:0-Torfestival wie gegen San Marino vor zwei Jahren in der Qualifikation zur EM 2008 erwarten. "Ich würde Liechtenstein nicht zur Kategorie San Marino, Andorra oder Luxemburg zählen", betonte der DFB-Chefcoach ausdrücklich. Immerhin: 17 Tore erzielte man in den bisher erst zwei Länderspielen (1996: 9:1 und 2000: 8:2) gegen die Kicker aus dem kleinen Fürstentum.
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"Wenn wir mit sechs Punkten starten, wäre das gut. Aber eines werden wir nicht machen, wir werden Liechtenstein und Finnland nicht unterschätzen", versicherte Aushilfs-Kapitän Miroslav Klose. Beim letzten Training auf deutschem Boden musste Kevin Kuranyi wegen Rückenbeschwerden passen; die übrigen 19 Akteure sind fit. "Wir freuen uns, dass es losgeht", betonte Löw. Am Freitag fliegt der DFB-Tross in die Schweiz und bezieht in St. Gallen Quartier.
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Der besondere Reiz der beiden Auswärtspartien liegt darin, wie das Team den Ausfall von Stammkräften wie Michael Ballack (Mittelfuß), Torsten Frings (Nasenbeinbruch), Per Mertesacker (Knie-OP) oder auch Arne Friedrich (Fitness-Rückstand) verkraftet. Löw bereitet es "grundsätzlich Sorge", dass so viele Profis nach großen Turnieren verletzt sind. Andererseits kann er in der Hierarchie nachdrängende Akteure wie die Münchner Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger so noch mehr in die Pflicht nehmen: "Sie müssen noch mehr Verantwortung und Führungsaufgaben übernehmen."
Auch wenn Löw bis zur WM 2010 weiterhin fest mit Größen wie Ballack oder Frings plant, befindet sich die DFB-Auswahl bereits aktuell in einer Umbruchphase. "Wenn zwei, drei wichtige Leute ausfallen, bildet sich eine andere Hierarchie", bemerkte Klose. "Wir wollen ganz bewusst zwei, drei, vier junge Spieler heranführen und integrieren", sagte Löw mit Blick auf den Gladbacher Marko Marin (19) oder den Stuttgarter Serdar Tasci (21).
Bastian Schweinsteiger könnte schon in Liechtenstein in die Spielmacher-Rolle rücken. "Er kann im Zentrum spielen und rechts", meinte der Bundestrainer. Gesetzt für die Startelf bleibt auch Podolski, auf den Löw ein Loblied anstimmte. "Ich sehe einen Lukas Podolski, der international Hervorragendes geleistet hat", betonte Löw - bei der WM 2006 oder EM 2008 seiner Meinung nach sogar "mehr" als Portugals Weltstar Cristiano Ronaldo.
Einen hohen Stellenwert genießt bei Löw auch weiterhin Ballack, mit dem er gleich zwei "längere Gespräche" geführt hat. "Es gab Gesprächsbedarf", bestätigte Löw: "Ich habe ihm gesagt, was ich von ihm als Kapitän erwarte und erhoffe bis zur WM." Der Streit mit Teammanager Oliver Bierhoff nach dem EM-Finale gegen Spanien hatte dem Bundestrainer nicht gefallen, die Reibungspunkte innerhalb des Teams dagegen bewertet der Chefcoach auch als leistungsfördernd: "Dass es bei der EM Meinungsverschiedenheiten in der Mannschaft gab, ist klar, normal und auch gut so", urteilte Löw.
Die voraussichtliche Aufstellung:
Enke - Westermann, Tasci, Metzelder, Lahm - Rolfes, Trochowski, Schweinsteiger, Marin - Klose, Podolski
Quelle: t-online.de
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