20.08.2008, 16:57 Uhr
Aus Nürnberg berichtet Jörg Hausmann
Marko Marin erzielt sein erstes Tor im zweiten Länderspiel. (Foto: ddp)Marko Marins Tor war alleine das Eintrittsgeld wert: Gladbachs Jungstar gab zum 2:0-Endstand gegen Belgien vor 34.117 Zuschauern im Nürnberger easyCredit-Stadion in der 77. Minute die richtige Antwort auf die Frage, wie er seine kurzfristige Ausladung aus dem EM-Kader und die erste Bundesliga-Niederlage mit Aufsteiger Borussia Mönchengladbach verkraftet hat: bestens.
Das 2:0 eines einseitigen Aufgalopps zwischen EM-Ab- und WM-Qualifikationsanpfiff bedeutete - nach Doppelpass mit dem starken Philipp Lahm - das erste Länderspieltor des 19-Jährigen im zweiten Einsatz. Sieben Minuten zuvor hatte Marin den guten Thomas Hitzlsperger abgelöst. Bastian Schweinsteigers Elfmeter nach Daniel van Buytens Halten im Strafraum gegen den zur zweiten Halbzeit eingewechselten Mario Gomez hatte den Bann gegen einen selten gefährlichen Kontrahenten gebrochen.
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Mit Pfiffen von den weiß Gott nichtvollbesetzten Rängen hatte eine erste Halbzeit geendet, die diese Missfallenskundgebung nicht verdient hatte. Doch die Fans im ehemaligen Frankenstadion waren des Geduldsspiels längst überdrüssig. Noch dazu hatte die Elf der Gastgeber nach drückend überlegenem Beginn in der letzten Viertelstunde einen halben Gang zurückgeschaltet.
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6:2 Torchancen waren für den von der Tribüne lange frenetisch angefeuerten WM-Dritten zu notieren, und teils echte Spielfreude zu beobachten gewesen. Ob Piotr Trochowski und Philipp Lahm von links oder Schweinsteiger von rechts, dazu ein überall zu findender Thomas Hitzlsperger und der meist unauffällige Simon Rolfes: alle hatten ihren Anteil, aber leider in den ersten 45 Minuten gegen die vielbeschäftigte Deckung der Belgier keinen Erfolg.
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Am nächsten war die deutsche Elf dem überfälligen Führungstreffer gekommen, als Lukas Podolski in der zwölften Minute 18 Meter vor dem Tor rüde von Belgiens Keeper Stijn Stijnen umgerannt und verletzt worden war. Zur Halbzeit war Poldis Auswechslung gegen Gomez unumgänglich. Schon in der vierten Minute hatte Poldi nach Lahms Eingabe von links nur das Außennetz getroffen. Oder in der 16. Minute, als Klose nach Hitzlspergers Flanke die Kugel sauber annahm, um mit seinem Schuss an Stijnens Blitzreaktion zu scheitern.
Belgien brauchte 14 Minuten für seine erste Torannäherung durch Gaby Mudingayi. Dessen Schuss aber stellte keine Prüfung für DFB-Torwart Robert Enke dar. Ausdruck der Überlegenheit der deutschen Mannschaft - und ihrer Kombinationsfreude - war Poldis Doppelpass per Hackentrick mit Klose in der 18. Minute. Der anschließende Steilpass auf Schweinsteiger geriet zu lang, um womöglich ein sehenswert herausgespieltes Tor bejubeln zu dürfen.
Auch, als Rolfes Stijnen in der 20. Minute im Anschluss an eine Ecke mit einem "Rückzieher“ aus 18 Metern beinahe überraschte und Schweinsteigers mutiger Volley nach Trochowskis weiter Flanke zwei Minuten später aus spitzem Winkel drüberrauschte, blieb das 1:0 aus.
Belgien wurde durch Tom de Sutter (19.) und den Ex-Gladbacher Wesley Sonck (28./31.) gefährlich, benötigte in der Vorbereitung solcher Szenen aber stets Unkonzentriertheiten und Abspielfehler des Gegners. Davon gab es jedoch nicht viele. Die neu zusammengewürfelte Innenverteidigung mit Heiko Westermann und Debütant Sedar Tasci erledigte ihre Aufgabe zu vollster Zufriedenheit.
Quelle: t-online.de
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