05.10.2008, 09:52 Uhr
Der suspendierte Verbandschef Michal Listkiewicz bei der Besichtigung der Baustelle Nationalstadion in Warschau (Foto: imago)Polen droht der Entzug der Fußball-Europameisterschaft 2012. Die UEFA will die Einmischung des polnischen Staates in die Angelegenheiten des nationalen Fußball-Verbandes PZPN nicht dulden.
"Unsere Geduld hat Grenzen. Sollte die Verbandsspitze bis Montag nicht wieder eingesetzt sein, werden wir ernste Gespräche über die Zukunft der EURO 2012 haben", sagte UEFA-Kommunikationsdirektor William Gaillard. Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Kontinentalverband Polen und Mitgastgeber Ukraine wegen der schleppenden Vorbereitung die Gelbe Karte gezeigt.
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Auf Antrag von Sportminister Miroslaw Drzewiecki hatte am Montag ein Gericht beim Polnischen Olympischen Komitee (PKOL) einen kommissarischen Verwalter für den PZPN eingesetzt, der dann Verbandschef Michal Listkiewicz und die restliche Führung suspendierte. Der Sportminister begründete die Maßnahme mit rechtswidriger Tätigkeit des PZPN und ungenügender Bereitschaft zur Bekämpfung der Korruption. Weder die UEFA noch der Weltfußballverband FIFA billigen diese Maßnahme. Sollte die Einsetzung des Verwalters nicht bis Montag 12 Uhr zurück genommen werden, droht die FIFA Polen zudem mit der Absage der beiden nächsten WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und die Slowakei am 11. und 15. Oktober.
Verhandlungen zwischen Regierungsvertretern und PZPN-Funktionären über eine Kompromisslösung an der Spitze des Verbandes wurden am Freitagabend in Warschau abgebrochen. Die Gespräche würden solange nicht fortgesetzt, bis die FIFA ihr Ultimatum zurücknehme, hieß es aus Regierungskreisen. Polens Regierungschef Donald Tusk stellte sich demonstrativ hinter seinen Sportminister. Drzewiecki habe seine "volle Unterstützung", versicherte der Ministerpräsident. Der stellvertretende Parlamentspräsident Stefan Niesiolowski sagte dem Fernseh-Sender TVN24, es könne nicht zugelassen werden, dass die FIFA ein demokratisches Land erpresse.
Beunruhigt über die Eskalation des Konfliktes in Polen zeigte sich auch der Co-Veranstalter der EURO 2012, Ukraine. Der Streit bringe sein Land und Polen in Misskredit als Gastgeber des Turniers, schrieb nach PAP-Angaben der Vorsitzende des ukrainischen Fußballverbandes Grigori Surkis.
Quelle: t-online.de , dpa
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