28.03.2009, 18:50 Uhr
Aus Leipzig berichtet Sebastian Schlichting
Torschütze Jansen nimmt Glückwünsche der DFB-Kollegen entgegen. (Foto: ddp)Tore, Tore, Tore hatte Bundestrainer Joachim Löw vor dem Spiel gefordert. Doch die Mannschaft setzte die Vorgabe nur bedingt um. Am Ende stand nach Treffern von Michael Ballack, (4.) Marcell Jansen (9.) Bastian Schweinsteiger (48.) und Lukas Podolski (49.) ein sicheres, aber nicht glanzvolles 4:0 (2:0) gegen Liechtenstein. Das DFB-Team bleibt durch den Pflichtsieg in der Qualifikationsgruppe 4 auf WM-Kurs.
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Gäste-Trainer Hans-Peter Zaugg musste auf sechs Profis verzichten. Insgesamt gibt es nur neun, blieben also drei Akteure, die ihr Geld mit Fußballspielen verdienen und nicht nebenher arbeiten oder zur Schule gehen. Zudem fehlte eines der größten Talente des Landes: David Hasler war wegen seiner Abschlussprüfungen in der Schule freigestellt. Denkbar schlechte Voraussetzungen für das Spiel gegen den Vize-Europameister. Die Devise lautete daher von der ersten Sekunde an Schadensbegrenzung. So kam es zu der kuriosen Szene, dass Schiedsrichter Igor Ishchenko aus der Ukraine Torwart Peter Jehle schon nach zwei Minuten bei einem Abstoß ermahnte, nicht auf Zeit zu spielen.
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Für Deutschland begann das Spiel so, wie es in jeder Gebrauchsanweisung für Partien gegen chancenlose Außenseiter stehen könnte: Man erziele ein frühes Tor und lege schnell eins nach. Hatten die Gäste nach 16 Sekunden noch Glück, dass ein Kopfball von Mario Gomez links am Tor vorbei ging, war es in der vierten Minute so weit: Schweinsteiger flankte von der linken Seite gefühlvoll in den Strafraum, Ballack hämmerte den Ball volley ins Netz. Das 40. Länderspieltor war eins seiner schönsten. Noch bevor Deutschlands Torhüter Robert Enke den Ball zum ersten Mal berührte, stand es 2:0: Einen Schuss von Podolski ließ Jehle abprallen und Marcell Jansen, der auf der linken Seite den Vorzug vor Marko Marin erhalten hatte, staubte ab.
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Die 43.368 Fans in Leipzig waren begeistert. Und das nicht erst nach den frühen Toren. Die Freude darüber, dass der große Fußball endlich mal wieder Station in der Stadt gemacht hatte, war schon vor dem Anpfiff spürbar. Ansonsten kicken in der Heimat des ersten Deutschen Fußball-Meisters – der VfB Leipzig im Jahre 1903 – aktuell Regionalliga-Kellerkind FC Sachsen und der Oberliga-Tabellenführer Lok. Zwei Treffer nach nicht einmal zehn Minuten – die Anhänger stellten sich schon einmal auf das allgemein erwartet Tore-Festival ein. Doch die Deutschen ließen es nun ruhiger angehen. Zwar waren sie teilweise über eine Minute am Stück in Ballbesitz, doch das meist 40 Meter vor dem gegnerischen Tor. Dazwischen standen zehn, manchmal elf Spieler, die alles dafür taten, nicht schon vor der Halbzeit einem Debakel entgegenzugehen. Deutsche Chancen gab es nun seltener und die Zuschauer wurden ruhiger. Erst kurz vor dem Wechsel drehte das Team noch einmal auf – und kam zu guten Gelegenheiten. Aber Podolski schoss knapp links vorbei (39.), Jansens Kopfball endete an der Latte (40.).
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Hatte der Abwehrriegel des 151. der Weltrangliste – vor den Niederländischen Antillen, hinter Mauretanien – in der ersten Halbzeit knapp vier Minuten gehalten, waren es nach Wiederanpfiff noch 60 Sekunden weniger: Podolski spitzelte die Kugel aus stark abseitsverdächtiger Position an Jehle vorbei und Schweinsteiger war zum 3:0 zur Stelle. Eine Minute später legte Podolski nach.
Danach schossen dann auch die Liechtensteiner mal aufs Tor. Der Versuch des Italien-Legionärs Mario Frick vom AC Siena aus 25 Metern stellte Enke aber nicht vor größere Probleme. Es blieb für beide Beteiligten die einzige Szene, in der sie auf sich aufmerksam machen konnten. Ebenso wie Enke sah Frick den Ball meist nur aus der Ferne. Deutlich mehr im Mittelpunkt des Geschehens stand Gomez auf der anderen Seite. Aber während der Stürmer beim VfB Stuttgart trifft wie er will, klappt es im DFB-Trikot einfach nicht mehr. Ob mit dem Fuß, mit dem Kopf oder mit einem versuchten Seitfallzieher – der Ball ging nicht rein. Nach einem völlig missratenen Schussversuch in der 69. Minute gab es sogar Pfiffe von den Rängen. Da Jehle noch einmal stark gegen Podolski klärte (78.), blieb es für die Gäste bei einem Resultat, mit dem sie sicher sehr gut leben können.
Quelle: t-online.de
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