13.10.2008, 07:25 Uhr
Unter Löw wird es keinen Kevin Kuranyi im Nationaltrikot mehr geben. (Foto: imago)
Kevin Kuranyi hat sich wenige Stunden nach seiner offiziellen Ausbootung aus der Fußball-Nationalmannschaft bei Bundestrainer Joachim Löw entschuldigt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte einen Bericht von "Sport Bild online", wonach sich der Stürmer von Bundesligist Schalke 04 telefonisch bei Löw gemeldet hat.
Der Bundestrainer nahm die Entschuldigung zwar an, teilte dem 26-Jährigen aber mit, dass sich dadurch an der grundsätzlichen Entscheidung nichts ändere. "Wer mich kennt, weiß, dass meine Entscheidungen endgültig sind. Es gibt für Kevin kein Zurück mehr, das ist definitiv."
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Der Bundestrainer fügte hinzu: "Wenn Kevin mich am Sonntag um ein Gespräch gebeten und zurückgetreten wäre, dann hätte ich das verstanden. Ich wusste, dass meine Entscheidung für ihn schwer zu verarbeiten ist. Aber einfach abhauen, das geht nicht. Als Trainer verletzt man auch mal einen Spieler mit einer Entscheidung. Das muss man aushalten."
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Scharfe Kritik übte auch Franz Beckenbauer. "Mag sein Frust auch verständlich sein: So darf sich kein Nationalspieler davonschleichen. Unmöglich! Er lässt nicht nur den Trainer im Stich, sondern auch seine Mitspieler. Eine Rückkehr kann ich mir nicht vorstellen - dazu müsste er schon auf Knien zu Jogi Löw rutschen", schrieb der Präsident von Bayern München in seiner "Bild"-Kolumne.
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Allerdings war Kuranyis spektakulärer Abgang während des WM-Qualifikationsspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland (2:1) am Samstag in Dortmund offenbar keine Kurzschlussreaktion. Er hatte bereits am Samstagmittag Bundestrainer Löw darum gebeten, dass Spiel zu Hause gucken zu dürfen und nicht mit nach Dortmund fahren zu müssen. Kurz zuvor hatte Kuranyi erfahren, dass er nicht zu dem 18er-Kader gehört, der auf dem Spielberichtsbogen steht, und er deshalb das Match auf der Tribüne verfolgen muss.
Löw hatte dieser Bitte aber nicht entsprochen und Kuranyi gebeten, noch mal in Ruhe seine Situation zu überdenken und nach dem Spiel gegen die Russen im Training wieder um seinen Platz zu kämpfen. Nach Informationen der "Bild" habe Kuranyi stattdessen aber bereits Freunde darüber informiert, dass er aus der Nationalelf zurücktreten wolle. Zudem soll er Schalke-Manager Andreas Müller telefonisch mitgeteilt haben, dass er nach dem Spiel nicht mehr mit der Mannschaft ins DFB-Quartier nach Düsseldorf zurückfahre. Müller habe diese Entscheidung akzeptiert.
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In der Halbzeit hatte Kuranyi dann einem DFB-Verantwortlichen mitgeteilt, dass er auf die Ehrentribüne wolle, um das Spiel mit Freunden weiter zu verfolgen. Allerdings soll er bereits in der Pause mit seinem Bruder Kenny die Arena verlassen und nach Hause gefahren sein. Am Sonntagmorgen äußerte er sich gegenüber Bild: "Ich kann noch nichts sagen, ich muss mich erst mal sammeln. Es ist sehr viel passiert in den letzten Stunden.'
Quelle: sid , t-online.de
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