29.09.2008, 18:42 Uhr
Sportminister Drzewiecki will den polnischen Fußball wieder auf den richtigen Weg führen. (Foto: afp)Die internationalen Dachverbände FIFA und UEFA erkennen die vom Polnischen Olympischen Komitee (PKOL) eingesetzte Führung des nationalen polnischen Fußball-Verbandes nicht an. Als Konsequenz würde jedes nicht vom bisherigen Präsidium abgezeichnete Schriftstück als "irrelevant" betrachtet, teilten FIFA und UEFA in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.
Man werde das Internationale Olympische Komitee IOC anrufen, um die "Verletzung der Autonomie von Sportverbänden" zu bewerten. Über mögliche Auswirkungen auf die Gastgeberrolle Polens für die Europameisterschaf 2012 äußerte sich die UEFA nicht.
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Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki hatte überraschend die Führung des Fußballverbandes PZPN entmachtet. Auf seinen Antrag hin setzte das Schlichtungsgericht beim PKOL Robert Zawlocki als kommissarischen Verwalter ein. Die von seinem Ministerium durchgeführte Kontrolle habe "zahlreiche Unregelmäßigkeiten" in der Arbeit des Verbandes aufgedeckt, sagte Drzewiecki vor Journalisten in Warschau. Die Statuten seien verletzt worden, die Bekämpfung der Korruption unterlassen. Der polnische Fußball wird seit Jahren immer wieder von Schmiergeldskandalen erschüttert.
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Zawlocki suspendierte mit sofortiger Wirkung den PZPN-Chef Michal Listkiewicz sowie alle Vorstandsmitglieder. Verschoben wurde zudem die für den 30. Oktober angesetzte Wahl des neuen Vorstandes. Der Wahlkongress werde erst nach der Wiederherstellung der Ordnung stattfinden, sagte der 37-jährige Rechtswissenschaftler. Er sei "schockiert", erklärte der entlassene Verbandssprecher Zbigniew Kozminski.
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Nach Angaben des Fernsehsenders TVN24 ist UEFA-Präsident Michel Platini inzwischen von polnischer Seite informiert worden. Laut Drzewiecki soll sich Listkiewicz weiterhin mit den Vorbereitungen auf die EURO 2012 beschäftigen. Der abgesetzte PZPN-Chef sagte, die EM sei nicht gefährdet. Der Organisationsstab werde von diesem "Chaos" nicht betroffen, so Listkiewicz.
Die internationalen Fußballverbände hätten daher keinen Grund zum Protest, betonte Sportminister Drzewiecki. So hatte der Weltverband FIFA in der Vergangenheit mehrere Länder wegen Einflussnahme der Politik auf die jeweiligen Verbände suspendiert. Drzewiecki berief sich auf das Beispiel Italiens, wo in der Vergangenheit ähnliche Maßnahmen wie in Polen ergriffen worden seien.
Quelle: dpa
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