30.10.2008, 12:36 Uhr
Das Berliner Olympia-Stadion als Austragungsort bei der EM 2012?In Deutschland könnte schneller als gedacht erneut ein Fußball-Großereignis stattfinden. Wie das Fachmagazin "kicker" berichtet, haben DFB und UEFA bereits einen Notfallplan für die EM 2012 ausgearbeitet. Demnach sollen Leipzig und Berlin als Spielorte bereitstehen, falls die Ukraine die Turnieraustragung entzogen bekommt.
Das passiert, wenn in der Hauptstadt Kiew kein neues Stadien errichtet und die Infrastruktur des Landes nicht verbessert wird. Derzeit behindert ein Baustopp aufgrund der internationalen Finanzmärkte die Vorbereitung auf die EM. An 80 Prozent aller EM-Baustellen ruhe wegen finanzieller Probleme derzeit die Arbeit, erklärte OK-Sprecher Jewgeni Willinsky. "Die meisten Bauvorhaben stagnieren", sagte Willinsky nach dem Abschluss einer Inspektionsreise durch die ukrainischen EM-Spielorte Kiew, Donezk, Dnjepropetrowsk und Lviv.
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Auch die Hürden der Bürokratie seien für die EM-Vorbereitungen ein Hindernis. Teilweise seien Genehmigungen für den Stadionbau erst nach mehreren Jahren zu bekommen. "Wenn es so weitergeht, erhalten wir die Baugenehmigungen erst, wenn das Turnier schon läuft", sagte Willinsky. Mitte Oktober war der geplante Stadionbau in Lviv geplatzt, nachdem eine österreichische Firma trotz vorliegender Genehmigung einen Rückzieher gemacht hatte. Ein Neubau für 30.000 Zuschauer in Dnjepropetrowsk dagegen wurde jüngst eröffnet.
UEFA-Präsident Michael Platini bereiten vor allem die katastrophalen Zustände an den ukrainischen Flughäfen und die miserablen Straßenverhältnisse große Sorgen. Nach der Gnadenfrist durch die UEFA hat die Regierung angesichts des immer noch drohenden EM-Entzugs die Angelegenheit zur Chefsache erklärt. Der stellvertretende Premierminister Iwan Wasjunik sagte, dass die Vorbereitungen nun unter die direkte Verantwortung von Präsident und Premierminister gestellt würden.
Auch an einer erfolgreichen Gastgeberrolle Polens gibt es auch weiterhin Zweifel. Zuletzt wurden die Konten des Fußball-Verbandes vom Fiskus eingefroren. Der ehemalige Weltklassespieler Gregorz Lato wurde gerade erst zum neuen Präsidenten gewählt und soll nun neuen Schwung bringen.
Quelle: sid , t-online.de , dpa
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