Lukas Podolski hat seine Durststrecke als Torjäger beendet. Nach 174 Tagen oder 1425 Spielminuten traf der Kölner Angreifer wieder, ausgerechnet gegen seine alten Klub Bayern München. "Klar ist dieses Tor wichtig für mich", sagte er nach der befreienden Aktion. Dem Nationalstürmer fiel eine Zentnerlast von den Schultern: "Das ist ein erlösendes Gefühl, wenn man sich vorher so lange nicht mehr freuen konnte."
Poldi konnte sogar schon wieder scherzen: Er denke darüber nach, sich die böse Minuten-Zahl tätowieren zu lassen - obwohl sie ihn "eigentlich gar nicht mehr interessiert".
FormcheckDie WM-Chancen der DFB-Kicker
Podolski zeigte gegen seinen Ex-Verein sein wohl bestes Saisonspiel. Der Linksfuß traf bereits nach wenigen Minuten mit einem Gewaltschuss die Latte, verwandelte später einen Freistoß zur Kölner Führung. Dem Offensivspieler war es egal, dass Bayern-Keeper Hans-Jörg Butt, der sich den Ball ins eigen Tor boxte, dabei schlecht aussah.
Nach dem Treffer war Podolski nicht mehr zu halten. Verfolgt von seinen Teamkollegen stürmte er zum Fanblock, zeigte dabei immer wieder auf das Vereinswappen auf seinem Trikot. Ein Signal, dass der FC der Verein seines Herzens ist. Dabei war bis zum Spieltag unklar, ob er überhaupt spielen kann. Freitag und Samstagmorgen war der Stürmer wegen Prellungen an Fuß und Oberschenkel behandelt worden.
Für Podolski war es erst der zweite Saisontreffer nach seinem Tor am fünften Spieltag gegen Schalke 04. Der bei seiner Rückkehr zum FC wie ein Messias gefeierter 24-Jährige schien mit der Last der riesigen Erwartungen bei Fans und Klub nicht fertig zu werden. Dazu gesellte sich Ärger mit Trainer Zvonimir Soldo, der Podolski immer wieder auf der ungeliebten Position im linken Mittelfeld aufbot.
Im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Augsburg (0:2) entlud sich der Frust des FC-Stürmers unlängst, als er seine erste Rote Karte als Vereinsprofi erhielt. Nach der 0:1-Pleite mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien geriet er mit einem TV-Reporter aneinander, entschuldigte sich aber tags darauf.
Vergessen und vorbei. In der Elf von Bundestrainer Joachim Löw ist er gesetzt und weist mit 37 Treffern in 70 Länderspielen eine überragende Torquote auf. Sollte keine Verletzung dazwischen kommen, ist er bei der WM in Südafrika wohl als Stammspieler dabei. Die Kölner Fans hoffen nun darauf, dass auch im Klub der Bann gebrochen ist und Podolski weiter aufblüht und zu alter Stärke findet.
Quelle: t-online.de , sid
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